Lightpainting-Tutorials

Die Datenbank für Einsteiger und Fortgeschrittene

Techniken – Nr. 5 (Stahlwolle)

STAHLWOLLE

Stahlwolle ist das, was alle immer sehen und sofort nachmachen wollen, daher will ich euch auch zeigen, wie man damit arbeitet. Bei der Stahlwolle gibt es allerdings auch einige Sicherheitshinweise zu beachten, die ich euch auch mit auf den Weg geben möchte! An dieser Stelle ist es nun auch endlich so weit dass wir für die Umsetzung etwas basteln…

Aber zuerst einmal die Frage: Wie funktioniert das?

Ganz einfach. Ihr braucht dazu folgendes:
• Schneebesen
• Schnur oder Kette
Stahlwolle
• Feuerzeug
• Handschuhe (mit Gummibeschichtung)
• Etwas zum Feuer löschen

Der Schneebesen sollte stabil sein. Gebt hier lieber 1-2 € mehr aus und kauft etwas stabiles (aber aus Metall), bevor euch das Teil um die Ohren fliegt. Das kann wirklich gefährlich werden, wenn sich der Griff z.B. löst! Generell sollte am Schneebesen selbst auch eine Befestigungsmöglichkeit für eine Schnur vorhanden sein (also das Loch oder der Haken, an dem man ihn normalerweise aufhängen kann).

Dann besorgt euch im Baumarkt eine ordentliche Schnur, die man auch gut zuknoten kann und die nicht leicht entflammbar ist (z.B. Wäscheleine). Befestigt eine Schnur an dem Schneebesen, so dass ihr etwas auf 50 cm – 100 cm Länge kommt. Aber macht das an den Schneebesen wie eine Kette, damit ihr die Schnur beim Schwingen um das Handgelenk machen könnt (wie bei einer Wii-Fernbedienung), damit ihr den Schneebesen nicht auf eure Freunde schleudert. Zusätzlich könnt ihr die Schnur direkt am Schneebesen noch mit Gaffa-Tape/Panzertape sichern. Es ist wichtig, dass ihr eure Konstruktion vorher auf Sicherheit testet und bitte draußen, wo ihr viel Platz habt zum Schwingen und niemanden verletzen könnt. Hier ein Bild von der Konstruktion:

IMG_2910

Alternativ könnt ihr auch eine Kette verwenden. Die kann man auch im Baumarkt kaufen.

Etwas zum Feuer löschen! Optimalerweise habt ihr einen Minifeuerlöscher im Auto, den ihr mitnehmen könnt. Ansonsten bereitet euch drauf vor, dass ihr eine große Decke (keine Fleecedecke, sondern eine feuerfeste Decke) oder andere Klamotten habt, die ihr auf ausgebrochene Feuer werfen könntet. Stahlwolle wird seeeeehr heiß. Deswegen ist wirklich absolute Vorsicht geboten.
Wenn ihr versehentlich euer Stahlwolle-Paket entzündet, dann bekommt ihr das sehr schwer gelöscht. Vor allem bedenkt bitte auch, dass da – je nach Schuhwerk – schon das austreten problematisch sein kann. Ich verweise auch nochmal darauf, dass ich kein Brandexperte bin. Also bitte seht meine Tipps nicht als Gesetz an, da es nur auf eigene Erfahrungen basiert. Am besten ist in dem Fall, die Stahlwolle einfach ausbrennen zu lassen, was in einer feuchten Umgebung ja recht unproblematisch ist. Und im schlimmsten Fall der Fälle kennt ihr alle die 112!

Nun aber zur Technik:

Ihr nehmt euren Schneebesen und füllt dort schön locker Stahlwolle rein. Dazu bitte unbedingt die Handschuhe tragen. Die Stahlwolle sollte gut auseinander gezogen werden und dann den Schneebesen so füllen, dass er komplett voll ist mit Stahlwolle, aber nicht stopfen, sondern locker reinlegen. Aber nicht zu übervorsichtig, denn wenn zu wenig drin ist, dann klappt es auch nicht. Denke nach dem 1. Versuch habt ihr schnell ein Gefühl für die Menge.

Geeignete Handschuhe wären z.B. diese hier:

IMG_2908

Dann stellt euch weit genug weg von eurer Kamera, dass diese keine Funken abbekommen kann. Da diese sehr heiß sind, könnte das der Kamera und dem Objektiv schaden. Macht vielleicht eine Übung ohne Kamera, dann seht ihr, wie stark es funkt. Am besten zu 2., da man selbst das beim Schwingen nicht so gut sehen kann.

Zündet nun die Stahlwolle mit einem Feuerzeug an. Bringt eine große Fläche zum Glühen und schwingt den Schneebesen nun im Kreis. Der Rest entzündet sich dabei selbst.

Die Kamera sollte eine andere Person auslösen und zwar dann, wenn die ersten Funken zu sehen sind. Die Belichtung solltet ihr beenden, bevor es ganz vorbei ist. Das erfüllt den Zweck, dass ihr nicht das zündeln und das runter nehmen des Schneebesens auf dem Bild seht. Wollt ihr danach noch die Umgebung mit ins Bild einbeziehen, solltet ihr den Auslösevorgang dann nicht stoppen, sondern eine Abdeckphase einlegen und warten bis die schwingende Person fertig ist, alle Funken gelöscht sind und alle Personen aus dem Bild verschwunden sind. Dann einfach die Kamera wieder „frei machen“ und noch nachbelichten, solange ihr meint. Kommt ja auf die Umgebung an.

Zu den einzelnen Bildern:

Bild 1:

Feuerkreisel
Hier sieht man schon, dass sich die Person bewegt hat, also nicht auf der Stelle stand… Hier wird anhand der Einstellungen auch deutlich, dass die Kleidung schon eine große Rolle spielt, denn trotz dass die Blende schon auf 10 ist und sich die Person bewegt, sieht man, dass dort jemand ist… Zwar nichts deutliches, aber man sieht es eben.
Einstellungen:
f/10, ISO-100, 77 Sek., 18 mm

Bild 2:

IMG_2506 (Custom)
Bei diesem Bild standen wir sehr nah an der Stahlwolle. Wir haben selbst alle Funken abbekommen. Das war sehr sehr uncool. Ihr erkennt auch an der Brennweite, dass wir sehr nah dran standen. Deshalb bitte macht das NICHT nach! Das tut weh, ist heiß und kann im schlimmsten Fall auch eure Kamera beschädigen.
Durch das abblenden konnte man hier erreichen, dass die Person nicht sichtbar ist.
Generell ist es natürlich vorteilhaft, wenn die „malende“ Person immer komplett schwarz gekleidet ist, schwarze Handschuhe trägt und ne Kapuze auf hat und das Gesicht weg dreht. Dann ist die Wahrscheinlichkeit am geringsten, dass jemand gesehen wird.)
Einstellungen:
f/9, ISO-100, 16 Sek., 25 mm

Bild 3:

IMG_2552c
Die Blende hätte man eher auf 9 oder 10 stellen sollen, da man dann die Person hier auch nicht unbedingt gesehen hätte. Die Funken wären dann immer noch hell genug gewesen. Hier habe ich die Technik mit der Abdeckphase angewandt und danach noch eine Weile zu belichtet, damit auch die Umgebung etwas mehr sichtbar wird. Die Person könnte man auf diesem Bild allerdings auch gut weg stempeln.
Einstellungen:
f/7.1, ISO-100, 132 Sek., 10 mm


1 Comment

  1. Hi,

    coole Idee mit der Stahlwolle, werde ich in nächster Zeit auch einmal ausprobieren.

    lg clemens

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*