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Techniken – Nr. 9 (Orbs|Ergänzungstutorial)

ORBS (ERGÄNZUNG)

Vor einigen Wochen habt ihr bereits das Tutorial über Orbs lesen können. Ich tat mich bislang selbst immer unheimlich schwer Orbs zu drehen. Und habe wirklich alles probiert. Hier erkläre ich euch eine weitere Technik, die eigentlich nicht neu ist, aber mit dem hier gezeigtenTool so gut funktioniert, dass selbst ich es hinbekommen habe, damit optisch gut aussehende Orbs zu erstellen.

Welches Tool nutze ich?

Ich habe mir etwas neues gebastelt. Zufällig bin ich im Internet auf eine Seite mit Platinchen gestoßen. Und daraus habe ich mir dann dieses Tool hier gebaut:

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Das könnt ihr dann wie in diesem Tutorial bereits erklärt schwingen. Aber hiermit klappt das unglaublich gut, gleichmäßige Orbs hinzubekommen.
Das Bild hier z.B. wurde damit gemacht:

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Wie baut man das Tool?

Was benötigen wir für den Bau?
  • 1 x Platine
  • 6 x LEDs in Wunschfarbe
  • 2 x Drahtbrücke oder bei LEDs mit weniger als 3V Spannung entsprechende Widerstände
  • 1 x Batterieclip
  • 1 x Schalter (An/Aus)
  • 2 x Kabel in Wunschlänge (= 1/2 Ø des Orbs)
  • 1 x 9V Batterieblock
Was sollte ich über die einzelnen Bauteile wissen?
  • Die Platinen sind einfach so wie sie sind.
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  • Die LEDs müsst ihr einfach in der Farbe kaufen, wie ihr hinterher den Orb haben wollt. Der auf dem Bild wurde mit Farbwechsel-LEDs gemacht. Ihr könnt sie aber auch einfarbig machen oder mehrfarbig mit festen Farben… Achtet auf die Spannung und entsprechende Helligkeit bei der Auswahl eurer LEDs.
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  • Die Drahtbrücken oder Widerstände müsst ihr anhand eurer LEDs bestimmen, was ihr da benötigt. Anstelle einer fertigen Drahtbrücke könnt ihr einfach die abgeknipsten Beinchen eurer LEDs benutzen. Das ist günstig 🙂
  • Der Batterieclip ist auch einfach nur Standard. Nichts weiter zu beachten.
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  • Der An-/Aus-Schalter braucht auch nur dafür da sein, das Licht dann während des Betriebs ein- und auszuschalten. Damit könnt ihr die Orbs auch allein vor der Kamera machen, ohne dass zwischendurch jemand das Objektiv abdecken muss.
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  • 2 x Kabel in gewünschter Länge. Dabei müsst ihr halt schauen, dass der Orb etwa doppelt so groß wird, wie das Kabel lang ist. Denkt daran, dass ihr das im stehen halten können müsst. Ich empfehle ein nicht allzu dünnes Kabel zu nehmen, da das mehr Stabilität beim schwingen gibt. Die Farbe ist egal, da ihr es sowieso mit Gaffa zusammen kleben solltet.
  • Der 9V-Block liefert dann den Strom. Diese bekommt ihr günstig von KClassic. Die halten ne ganze Weile und dadurch ist das Tool sehr kompakt.
Wie funktioniert der Zusamenbau?

Da hier 2x 3 LEDs in Reihe geschaltet sind, könnt ihr mit 9V die LEDs ohne Widerstand betreiben, wenn ihre Spannung bei 3V liegt. Ansonsten benötigt ihr anstelle der Drahtbrücken 2 Widerstände in entsprechender Stärke. Das ist das einzige, was ihr unbedingt vorher klären müsst. Sorry, wenn ich euch das so oft sage, aber ich möchte ja vermeiden, dass eure LEDs kaputt gehen 🙂

Als erstes nehmt ihr nun den Schalter und lötet ihn ans Plus-Kabel des Batterieclips.

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Anschließend könnt ihr dann schon das Kabel an das Plus- und Minus-Kabel anlöten, welches ihr hinterher an der Platine befestigt. Achtet darauf, dass die Kabel beim stramm ziehen beide gleich lang sind, wenn sie angelötet sind. Denn durch den Schaltermuss das andere Kabel natürlich nen kleinen Tacken angepasst werden.

Nun solltet ihr zuerst die erste LED in die Platine löten.  Wie auf dem Bild zu sehen, gehört das lange Beinchen immer in das Plus-Loch:
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Dabei ist zu beachten, dass ihr die LED nicht ganz bis zum Ende auf die Platine steckt. Bei den meisten LEDs merkt ihr beim durchstecken an einer Stelle einen leichten Widerstand. Da solltet ihr aufhören. Und genau an dieser Stelle bleiben sie in der Platine hängen ohne dass ihr sie umbiegen müsst.

Am besten fangt ihr mit der LED an, wo jetzt gerade rechts (3 Uhr) der Halter der 3. Hand ist. Da an die beiden Stellen jeweils das Kabel kommt, löte ich immer erst die LED an und dann direkt die Kabel. Dann die mittlere LED und die Drahtbrücken und dann in beliebiger Reihenfolge die restlichen LEDs. Dann bekommt ihr beim löten kein Platzproblem.

Die fertige Platine sieht dann so aus, wie ihr hier sehen könnt:
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Links seht ihr schon, dass ich das Kabel hier bereits mit Gaffa verklebt habe. Das ist wichtig für die Stabilität. das solltet ihr mit dem kompletten Kabel zum Schluss machen. Rechts seht ihr die orangenen Drahtbrücken. Mittlerweile nehm ich aber nur noch LED-Beinchen.

Auf der linken Platine links (3 Uhr) seht ihr, dass ihr da wenig Platz habt zum löten. Da bitte unbedingt aufpassen, dass da kein Kontakt zwischen der LED und dem Kabel durch Lötzinn hergestellt wird! Das ist aber auch die einzige schwierige Stelle. Und wenn euch die Stellen stören, wo die Drahtbrücken sitzen, dann könnt ihr diese auch auf der anderen Seite der Platine löten. Funktioniert ebenfalls.

und was ist, wenn ich Orbs lieber an der Stange drehe?

Dann befestigt ihr die Platine einfach am Ende des Stabs mit dem ihr die Orbs drehen wollt. Da ihr die LEDs auf der Platine auch biegen könnt, weil wir sie ja nicht ganz rein gesteckt haben, erreicht ihr damit auch eine so gute Ausleuchtung, dass ihr damit super Orbs hinbekommen solltet.

Gibt es noch eine andere Möglichkeit die Platine zu nutzen?

Die Platine kann man auch für andere Tools nutzen. Daher werd ich euch das Tutorial sicher noch das ein oder andere Mal verlinken.

Woher bekomme ich die Platinen?

Die Platinen bzw. den kompletten Orb-Bausatz könnt ihr demnächst über mich beziehen. Ich bestell die Teile dann in größerer Menge und biete sie als Bausatz an. Werden auch nicht sonderlich teuer werden. Fertig zusammengebaut darf ich sie aber leider nicht verkaufen. Und erst muss das Gewerbe stehen. Wird also noch nen Weilchen dauern. Wer Interesse hat, kann mich ja dennoch anschreiben. Dann informiere ich euch über die Verfügbarkeit.

Vielleicht gibt euch das auch Anregungen für weitere Orb-Tools. Viel Spaß damit.

Hinweis: Ich bin kein Fachmann und hafte nicht für Schäden, die durch den Zusammenbau entstehen. Ich habe diese Tools schon mehrfach zusammen gelötet und dabei ist bisher nichts schief gegangen, jedoch möchte ich dennoch darauf hinweisen, dass ihr das alles auf eigene Gefahr durchführt!


2 Comments

  1. Hallo,
    die Anleitung finde ich gut und einfach erklärt, jedoch habe ich einen kleinen Einwand: ich habe mal gelernt, dass selbst wenn die Volt Zahl der addierten Verbraucher dieselbe ist wie die der Quelle, aus Sicherheitsgründen der kleinste verfügbare Widerstand verlötet werden sollte. Man kann es übervorsichtig nennen, aber bisher bin gut damit gefahren 🙂

    • Lumineuse Photodesign

      5. August 2015 at 8:06

      Mag sein, dass das vielleicht sinnvoll ist, falls Spannungsschwankungen auftreten. Aber bisher ist da noch nichts schief gelaufen bei mir. Und selbst wenn, dann ist im schlimmsten Fall 1 Platine samt LEDs platt. Trotzdem danke für deinen Hinweis. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann das ja berücksichtigen. Es gibt Widerstände mit 1 Ohm. Die dürften sich ja auch auf die Helligkeit kaum auswirken.

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