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Techniken – Nr. 9 (Orbs bzw. Kugeln)

ORBS (KUGELN)

Da es hier mehrere Wege gibt, die nach Rom führen, habe ich dieses Tutorial in 3 Teile gesplittet, präsentiere es hier auf meiner Seite aber nun in einem Beitrag. Ich fange dabei mit der klassischen Methode an und zeige euch dann weitere Möglichkeiten Orbs hinzubekommen, die genauso aussehen und zu guter Letzt zeige ich euch dann noch andere Orbs.

ORBS – Teil 1/3

Was sind Orbs?

Orb ist ein englisches Wort für Kugel… Daher sind damit alle Kugeln gemeint, die man so in die Luft malen kann.

Klassische Methoden

So nun aber direkt zur klassischen Methode. Man nehme eine Lichterkette und binde oben alle Lichter zusammen, wie hier zu sehen:

IMG_2911

Dann schwingt ihr diese Lichterkette im Kreis und geht dabei um den Mittelpunkt. Dazu müsst ihr euch auf dem Boden einen Punkt markieren und einfach sehen, dass die Lichterkette auf dem Boden immer durch diesen Punkt geht. Dafür geht ihr dann quasi eigentlich eher in einem kleinen Kreis um den Punkt herum. Dann wird der Ball auch schön rund und gleichmäßig.

Ich habe versucht euch das anhand von Skizzen genauer darzustellen:

1) Ansicht von vorn. Ihr dreht den Kreis, dabei achtet ihr darauf, dass der Mittelpunkt euren Mittelpunkt auf dem Boden berührt. Am besten probiert ihr das erstmal einfach nur mit Kreisen auf der Stelle aus, denn meistens fängt es schon damit an, dass der Kreis zwischendurch schief wird, oder aus der Bahn gerät.

Orb1

 

2) Immer noch Ansicht von vorn:

Orb2

3) Und nun schaut hier:

Orb3

Alternativ zur Lichterkette gibt es auch eine Platine, die super dafür geeignet ist.

Die 2. Möglichkeit ist, dafür einen Stab zu benutzen und diesen über die Finger gleiten zu lassen. Das können manche einfach besser. Dazu befestigt ihr einfach am Ende des Stabs das Licht und dreht diesen dann im Kreis während ihr wieder um den Markierungspunkt herum lauft. Der Punkt ist übrigens generell für alle Orb-Techniken wichtig. Ob ihr euch dabei an einer Stelle orientiert, oder euch etwas auf den Boden legt spielt keine Rolle.

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Und ihr müsst euch gar nicht beeilen beim Drehen. Wenn ihr das langsamer macht, ist es einfacher, den Punkt zu treffen. Besonders wenn ihr einen Stab verwendet. Das beste Leuchtmittel zum Schwingen ist eigentlich eine Lichterkette, einzelne helle LEDs, eine Taschenlampe an einem Seil, oder was euch sonst so einfällt. Für den Stab kann man ebenfalls eine Lichterkette nutzen, aber denkt daran, dass ihr das batteriefach unterbringen müsst und dadurch eine ungleichmäßige Gewichtsverteilung entsteht, daher sind da einzelne helle LEDs, eine kleine Taschenlampe oder eben andere Leuchtelemente besser geeignet. Es gibt hier wieder so viele Dinge, dass ich denke, ihr werdet euren Favoriten schon finden. Ich hatte bei meinem Stab das Batteriefach in der Mitte. Das funktionierte nur nicht mit dem Gleiten über die Finger. Man musste das dann schon mit der ganzen Hand machen. Das mal nur so als Tip

Alternativen

Ihr könnt aber alternativ auch ganz andere Leuchtmittel einsetzen, wie z.B. Stahlwolle. Bei dem Bild mit der Stahlwolle seht ihr dann auch, wie die Kugel aussieht, wenn man den Markierungspunkt nicht beachtet und sich einfach nur um sich selbst dreht… Das ist alles eine Frage der Übung.

Feuerball

Hier könnt ihr auch noch einen sauberen Orb aus Stahlwolle sehen, den ich leider nicht selbst gedreht habe, sondern der Mann meiner Freundin. Der hat den Dreh für die Orbs einfach raus. Wobei meine inzwischen auch schon besser aussehen als das Teil da oben 😀

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Viel Spaß beim ausprobieren… Sonntag folgen dann Techniken, mit denen das ganze etwas einfacher geht…

ORBS – Teil 2/3

An dieser Stelle setze ich das Tutorial nun fort.

Weitere Möglichkeiten

Eine weitere Möglichkeit zum drehen von schönen Orbs ist der Einsatz eines Akkuschraubers. Hier habe ich einfach an den Aufsatz für den Akkuschrauber eine Verlängerung aus Holz dran geklebt mit Gaffa. Dazu habe ich im Baumarkt eine Holzzierleiste für Modellbau gekauft in ca. 10 mm Stärke. Kann auch 8 mm gewesen sein. Auf jeden Fall 4-Eckig. Die kosten gerade ca. 1 € und sind im Standard immer 1 m lang. Diese Leiste mit einem Anspitzer für dicke Stifte erstmal anspitzen… Das angespitzte Stück kann man in den Akkuschrauber-Aufsatz rein stecken und dann mit dem Gaffa festkleben, dann hat es einen stabileren Halt.

Im Anschluss habe ich dann quer (T-Form) einen Holzstab drauf geschraubt/genagelt. Ihr könnt z.B. den 1m-Stab vorher mittig teilen, so dass ihr 2x 50 cm habt. Allerdings würde ich den Abstand zum Akkuschrauber nicht so groß lassen… Und es ist wichtig, dass ihr das dann entsprechend gerade befestigt und euch vorab Gedanken macht, was ihr daran befestigt und an welcher Stelle ihr den Stab darauf schraubt/nagelt, damit es hinterher nicht eiert beim Drehen. Also entweder wenig Gewicht und alles mittig orientiert oder wenn mehr Gewicht ggf. kein T machen, sondern das Stück mit dem Gewicht etwas kürzer halten.

Nun müsst ihr am einen Ende des „T“ wieder ein Licht befestigen. Auch wenn es eine Lichterkette ist, müsst ihr das batteriefach unbedingt auf dem T befestigen, da sich das Kabel sonst eindreht. Es sollte so sein, dass die Gewichtsverteilung nicht zu ungleichmäßig ist.

Akkuschr

Nun das Ganze an den Akkuschrauber anschließen, dann macht der Akkuschrauber schon mal die gleichmäßigen Drehbewegungen und man muss sich nur noch darauf konzentrieren, um den Markierungspunkt herum zu gehen.

Und was eigentlich auch ganz toll ist, da es im Endeffekt das gleiche Prinzip ist… Ihr könnt euer Domes Rad verwenden. Dazu haltet ihr das Rad einfach an der Stange, dreht es an und lauft wieder um den Markierungspunkt. Dabei wäre der unterste Teil des Rades der Teil, der immer durch den Markierungspunkt läuft. Das ist auch nicht immer so einfach, da ihr hier auch präzise auf eure Bewegungen achten müsst. Und hier ist es natürlich etwas schwieriger, da die Lichterketten ja doch recht hell sind. Ihr müsst hier schneller sein, oder die Blende weiter zu machen, was aber dann auch alles andere beeinflusst in der Helligkeit. Daher ist es auch keine perfekte Lösung. Ich hab das Ganze aber auch getestet mit blinkender Lichterkette. Dann ist es zumindest von der Belichtung her besser.
Ergebnisse könnt ihr hier sehen:
links = Dauerlicht, rechts = Blinklicht
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So habt ihr es bei den Orbs jetzt schon einmal etwas leichter. Nächste Woche verrate ich euch dann noch einen Trick, wie man noch eine andere Orb-Variante hinbekommt…

ORBS – Teil 3/3

So heute geht es nun weiter mit dem vorerst letzten Teil der Orb-Tutorials. Eigentlich wollte ich das gar nicht so unbedingt verraten, weil diese Technik noch nicht so verbreitet ist. Doch dann hab ich mir gedacht, dass es Schwachsinn ist. Ich bin auch froh, wenn ich Tutorials finde. Und ich weiß sowieso nicht, warum man aus den Techniken so ein Geheimnis macht, denn darauf kommen früher oder später sowieso auch andere.

Kugeln mit Querstreifen

Mit dieser Technik bekommt ihr noch etwas einfacher gleichmäßige Kugeln hin. Hier sieht die Kugel jetzt auch anders aus. Hier wurde aber einfach eine Lichterkette auf einen Reifen (es geht auch jedes andere Runde Objekt, wie ein Hula Hoop oder ein Wurfring) befestigt. Bzw. bei meiner Kugel sind es 2 Lichterketten (weiß und rot)… Dann befestigt ihr einfach ein Seil an dem Reifen oder was auch immer ihr ersatzweise habt und dreht das Objekt einfach etwas ein. Dann lasst ihr es ausdrehen und macht dann die Kamera offen, sobald der Reifen sich nur noch gleichmäßig dreht. Schon habt ihr eine richtig tolle Kugel. Wichtig ist dabei, dass ihr das Teil erst einen Moment ausschwingen lasst, bevor ihr belichtet, weil dann die Drehung gleichmäßiger wird. Und vorher nicht zu stark eindrehen… Umso langsamer es sich bewegt, umso besser werden eure Bilder. Hier kommt es einfach auf das Gefühl an. Nach 2-3 Versuchen klappt das schon. Außer wenn es windig ist, dann wird es damit schwierig.

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Und auch das funktioniert mit dem Rad, dass ihr für die Domes sowieso schon gebaut habt. Zumindest wenn ihr es nach meiner Bauanleitung konstruiert habt. Das habe ich auf einem Parkplatz einfach mal auf dem Boden gedreht (lila Kugel). Ihr seht ja, was dabei raus gekommen ist. Da ich es etwas weiter gedreht habe als den Startpunkt, überlappt es etwas… Aber im Endeffekt auch ne Möglichkeit…. Und so führte der Fehler sogar noch zu einem coolen Effekt. Das war dann auch der Grundstein für das andere Rad, was ich gebaut habe mit den 2 Lichterketten.

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Das tolle ist, dass ihr so ein einziges Tool mehrfach verwenden könnt…. Ich wünsche euch jetzt viel Spaß und Erfolg beim Nachmachen. Hinterher kriegt ihr von mir auch mal ordentliche Kompositionen zu sehen, in denen ich die einzelnen Elemente eingesetzt habe Und lasst eurer Kreativität freien Lauf, denn ihr könnt aus den von mir aufgezeigten Möglichkeiten noch viel mehr raus holen…

Nachtrag zur rot-weißen Kugel: Indem ihr die Lichterkette nur um den halben Reifen macht, erreicht ihr natürlich noch mehr Gleichmäßigkeit…

Und es gibt inzwischen auch ein Tutorial für eine richtig tolle Lichtquelle mit der sich die Orbs relativ gut schwingen lassen. Klickt einfach mal hier drauf.

 


6 Comments

  1. Hallo,

    das ist eine super Seite die du da hast. Grämst keine Geheimnisse, erfindest die LP Fotografie nicht nochmals neu, sondern legst offen dar wie was gemacht wird. Klasse weiter so.

  2. Sandra, tolle Seite von Dir !!! Hast Du mal wieder Super hin bekommen !!!

    LG Chris

    • Lumineuse Photodesign

      30. Januar 2015 at 18:16

      Danke Chris,
      freut mich, wenn sie gut ankommt 🙂
      Musst mal wieder was mit uns machen 😉

  3. Hallo, ich habe da eine Idee zum Markieren des Drehpunktes auf dem Boden, die ich auch selber für Orbs benutzt habe: ich benutze einen kleinen „Stein“ aus nachleuchtendem Kunststoff, den ich vor dem Start noch mal mit Licht auflade damit er grünlich leuchtet. Die Kamera zeichnet dieses grüne Leuchten nicht auf, dafür ist es zu gering intensiv. Ich als Orb-Produzent kann den kleinen Stein gut sehen im Dunkeln und mich daran in meinen Bewegungen orientieren.

    • Lumineuse Photodesign

      13. Februar 2015 at 6:45

      Danke für deinen tollen Tipp! Ich selbst verwende einfach immer etwas, was ich selbst sehe, wenn es vom Tool angeleuchtet wird, was aber nicht weiter auffällt. z.B. einen Stein, ein Blatt, oder was gerade so vorzufinden ist. Diesen Tipp werde ich aber mal testen. Ich bin gespannt.

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