ORBS (KUGELN)

Da es hier mehrere Wege gibt, die nach Rom führen, stelle ich euch auch mehrere Methoden vor. Ich fange dabei mit der klassischen Methode an und zeige euch dann weitere Möglichkeiten Orbs hinzubekommen, die genauso aussehen und zu guter Letzt zeige ich euch dann noch andere Orbs.

Was sind Orbs?

Orb ist ein englisches Wort für Kugel… Daher sind damit alle Arten von Kugeln gemeint, die wir beim Lightpainting in vielen Variantionen sehen.
Ich stelle euch hier die Methoden für den klassischen Orb vor.

 

Eine weitere Form und Methode lernt ihr später noch im Tutorial „Swirly Orbs“ kennen.

Klassische Methode (Handarbeit)

So nun aber direkt zur klassischen Methode.

Schwing-Methode

Mit einer Lichterkette (oder auch anderen Tools) umsetzbar:

  1. Bindet zunächst die Lichter alle zusammen und fixiert das Ganze mit Klebeband. Am besten stabilisiert ihr damit auch das Kabel noch etwas…
  2. Übt zunächst einmal, die Lichterkette gleichmäßig im Kreis zu schwingen. Ihr müsst einen großen runden Kreis formen.
    Wichtig ist, dass eure Kreis gerade und gleichmäßig werden…
  3. Nun markiert ihr euch einen Punkt auf dem Boden. Euer Licht muss jetzt immer durch diesen Kreis laufen.
    Ihr schwingt also euren Kreis und lauft dabei um den Punkt herum.
    Diesen Schritt muss man genau verstehen. Wenn man vor euch stehen würde, sollte es so aussehen:

Nun geht ihr Schritt für Schritt um den Punkt herum und dreht dabei weiter eure Kreise:

Macht immer kleine Schritte… Von oben sieht das in etwa so aus:

Das ist eigentlich schon das ganze Geheimnis der klassischen Orb-Methode.
Zugegebenermaßen ist das auch eine der schwierigsten Methoden, die sich heute viele Leute gar nicht mehr aneignen wollen, da man es sich mit anderen Methoden auch einfacher machen kann.

Für mich persönlich war’s am Anfang erstmal die am leichtesten nachvollziehbare Methode, aber ich tue mich heute noch schwer damit, gleichmäßig und gerade zu schwingen.

Daher ist es wesentlich einfacher, wenn das Tool vorne Gewicht hat und das Kabel schön stabil ist. Es gibt inzwischen fertige Tools dafür zu kaufen.

Alternativ zur Lichterkette gibt es auch eine Platine, die super dafür geeignet ist. Dazu folgt noch ein gesondertes Tutorial.

Empfohlene Tools:

Für diese Methode eigenen sich mehrere Tools ganz gut.

Ich würde euch daher diese hier besonders empfehlen:

Wenn ihr einen Stahlwolle- oder Wunderkerzen-Orb drehen wollt, eignet sich diese Methode tatsächlich am besten.

Welches Stahlwolle-Tool ihr dafür am besten nutzt? Schaut in dieses Tutorial (was hier später verlinkt wird)!

 

Stab-Methode

Die 2. Möglichkeit ist, einen Stab dafür zu benutzen und diesen über die Finger gleiten zu lassen. Manchen Menschen liegt diese Methode einfach besser.

Dazu befestigt ihr einfach am Ende des Stabs eine Lichtquelle und dreht diesen dann im Kreis während ihr wieder um den Markierungspunkt herum lauft. Der Punkt ist übrigens generell für fast alle Orb-Techniken wichtig.
Ob ihr euch dabei an einer Stelle orientiert, oder euch etwas auf den Boden legt spielt keine Rolle. Ich empfehle euch jedoch, etwas zu nutzen, was sowieso in der Umgebung vorhanden ist (Steine, Laub, Holz, etc.)

Ganz wichtig: Ihr müsst euch gar nicht beeilen beim Drehen. Wenn ihr es langsamer macht, ist es einfacher, den Punkt zu treffen. Besonders wenn ihr einen Stab verwendet!

Was hier wichtig ist, dass der Stab, an dem ihr die Lichtquelle befestigt, gut ausbalanciert ist. Entgegen der Aussage bei der „Schwing-Methode“ sollte der Stab also im Gleichgewicht sein. Nur dann könnt ihr diesen vernünftig handhaben.
Wenn ihr also eine schwere Taschenlampe vorne dran hängt, müsst ihr ans andere Ende ein gleich schweres Gegengewicht packen.

Hier ein guter Tipp: Nehmt z.B. 2 gleiche (kleine) Taschenlampen und macht jeweils unterschiedliche Farb-Filter auf die Lampen und schaut euch an, was passiert.

Empfohlene Tools:

Für diese Methode eigenen sich ebenfalls mehrere Tools ganz gut.

Ich würde euch hier jedoch empfehlen, etwas leichtere Tools zu nutzen:

  • Wunderkerzen
  • kleine Taschenlampen
  • Einzelne LED’s
  • LED-Platine

Mechanische Methoden

Eine Möglichkeit, das ganze noch etwas zu vereinfachen, ist die Drehung einfach mechanisch vorzunehmen.

Dazu gibt es unzählige Möglichkeiten… Eine Bekannte nimmt z.B. einen Teleskopstab an einer Malerrolle befestigt.

Ich selbst nutze inzwischen gerne meine „Scheiben“ für die Orbs. Diese werden mit einem Akkuschrauber betrieben.
Wenn man diesen in die Hüfte stemmt, bekommt man eine sehr gleichmäßige Kreisbewegung hin.
Das „um den Punkt laufen“ ist dann relativ einfach, weil man sich nur noch auf den Punkt konzentrieren muss.

Auch nutzbar ist unser Domes-Rad, welches wir vielleicht schon gebaut haben (ich verlinke es später auch hier)
Wenn man das quasi drehen lässt und dann den Mittelpunkt des Rads in den Markierungspunkt hält, entstehen sogar sehr interessante Kugeln:

Die hier erwähnten Tools, die man dafür nutzen kann, stelle ich euch gesondert vor und verlinke sie anschließend auch hier nochmal in einer Aufzählung.

Die Grundmethode bleibt jedoch immer die Gleiche wie oben beschrieben, nur dass euch ein Teil der Arbeit leichter fällt bzw. abgenommen wird.

Tipp: Gestaltung der Orbs

Um eure Orbs interessanter zu gestalten, wendet doch einfach mal Tools mit buntem Licht, Farbwechsel oder Blinklicht an…

Hier habe ich z.B. mehrere Farbwechsel-LED’s auf einer Platine verbaut und mir daraus ein Orb-Tool gebaut:

Horizontale Methode

Kugeln mit Querstreifen sieht man auch hin und wieder mal… Wie man diese erstellt, möchte ich euch auch noch kurz erklären:

Mit dieser Technik bekommt ihr noch etwas einfacher gleichmäßige Kugeln hin. Hier sieht die Kugel jetzt auch anders aus.

  1. Befestigt z.B. wieder eine (oder mehrere) Lichterkette(n) auf einem Reifenmantel (es geht auch jedes andere Runde Objekt, wie ein Hula Hoop oder ein Wurfring)
    Indem ihr die Lichterkette nur um den halben Reifen macht, erreicht ihr übrigens noch mehr Gleichmäßigkeit…
  2. Legt das Batteriefach (Gewicht) unten in den Reifen und befestigt oben ein Seil (z.B. Loch in den Reifenmantel machen und Seil nach dem Durchziehen mit einem Knoten fixieren.
  3. Nun das Objekt am Seil in sich selbst gut verdrehen.
  4. Los lassen und einen moment ausschwingen lassen, bis die Drehung gleichmäßig ist und anschließend die Aufnahme starten / die Kamera aufdecken.

Schon habt ihr eine richtig tolle Kugel. Wichtig ist dabei wirklich, dass ihr das Teil erst einen Moment ausschwingen lasst, bevor ihr belichtet, weil dann die Drehung gleichmäßiger wird. Und vorher nicht zu stark eindrehen… Umso langsamer es sich bewegt, umso besser werden eure Bilder. Hier kommt es einfach auf das Gefühl an. Nach 2-3 Versuchen klappt das schon.

Nachteil: Bei Wind funktioniert diese Methode nicht!

Diese Methode funktioniert übrigens auch mit dem Rad, dass ihr für Domes vielleicht sowieso schon gebaut habt. Zumindest wenn ihr es nach meiner Bauanleitung konstruiert habt. (Die ich hier später noch verlinken werde)

Das tolle ist, dass ihr so ein einziges Tool mehrfach verwenden könnt…. Ich wünsche euch jetzt viel Spaß und Erfolg beim Nachmachen.

Lasst eurer Kreativität freien Lauf, denn ihr könnt aus den von mir aufgezeigten Möglichkeiten noch viel mehr raus holen…

Empfohlene Tools:

Für diese Methode eigenen sich ebenfalls mehrere Tools ganz gut.

Ich würde euch hier jedoch empfehlen, etwas leichtere Tools zu nutzen:

  • mehrere einzelne LED’s
  • Lichterketten
  • LED-Strips