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Grundlagen des Lightpaintings – Nr. 4 (Lichtfarben)

LICHTFARBEN

Einige – so wie auch ich anfangs – haben Schwierigkeiten mit den Farben des Lichts, weil es sich nicht mit dem deckt, was man vielleicht irgendwann einmal beim malen mit Wasserfarben gelernt hat. Darum möchte ich euch ein paar Infos darüber zusammen fassen, die gerade beim Lightpainting eine wichtige Rolle spielen. Für viele Konstruktionen können  diese Informationen äußerst wichtig sein.

Grundlagen

Sichtbares Licht ist eine elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen etwa im Bereich von 400 bis 750 Nanometern. Die Farbe ist dabei ein rein wahrnehmungspsychologisches Phänomen. Begrenzt wird das sichtbare Spektrum im Bereich der niedrigen Wellenlängen durch Ultraviolett und im Bereich der hohen Wellenlängen durch Infrarot.

Das Auge besitzt zur Farbwahrnehmung drei verschiedene Rezeptoren, deren höchste Empfindlichkeit im roten, grünen und blauen Spektralbereich liegen. Das Gehirn mischt daraus dann die passende Farbwahrnehmung. Dieses Prinzip ermöglicht also, jede Farbe aus nur drei Farben – den sogenannten Grundfarben – zusammenzumischen. Genau auf dieses Grundmodell greifen wir auch beim Fotografieren zurück.

Grundsätzlich ist jedoch zu unterscheiden, ob man farbiges Licht mischt, oder ob Farbstoffe gemischt werden.

Grundfarben der subtraktiven Farbmischung

Und hier sind wir bei der Mischung von Farbstoffen. Die Grundfarben sind cyan, magenta und gelb. Das ist das, was wir alle noch aus dem Kunstunterricht kennen, wo wir dann gelb und cyan gemischt haben, um grün zu erhalten… Mischt man alle 3 Grundfarben, so erhält man schwarz.

Diese Methode wird z.B. auch beim Druck angewendet, nur dass das schwarz noch gesondert hinzugefügt wird. Daher kommt auch das CMYK-Farbmodell (cyan, magenta, yellow, black)

Grundfarben der additiven Farbmischung

Doch beim Licht ist das alles etwas anders. Die Grundfarben sind rot, blau und grün.  Und bei der Vermischung von rot und grün entsteht z.B. gelbes Licht. Das zu wissen ist natürlich wichtig, wenn man neue Tools kontruiert, denn mit je 1 LED in blau, grün und rot kann man somit schon 7 Farben (rot, magenta, blau, cyan, grün, gelb, weiß) erzeugen. Alle 3 Grundfarben zusammen gemischt ergeben ein weißes Licht. Allerdings ist das von der Helligkeit und dem Abstrahlwinkel der einzelnen LEDs abhängig, wie dieses Licht dann aussieht. Es kann z.B. auch leicht ins bläuliche gehen. Wenn ihr bei einem LED-Strip die Farben selbst einzeln mischt, dann könnt ihr genau das Phänomen beobachten, wie die einzelnen Farben entstehen. Schaut es auch mal an.

Hier auf dem Bild könnt ihr es dann auch erkennen. Die mittigen Farben entstehen aus den jeweiligen sie umschließenden Grundfarben:
blau + grün = cyan; grün + rot = gelb, usw.
Farbkreis-weiß

Das ist auch die Grundlage für das RGB-Farbmodell (red, green, blue)

Vielleicht kann jetzt auch der ein oder andere verstehen, warum manche Drucker Schwierigkeiten haben, Fotografien farbgetreu zu drucken, denn das RGB muss entsprechend in CMYK übersetzt werden. CMYK und RGB teilen kein gemeinsames Farbspektrum und können somit nur annäherungsweise umgewandelt werden.

Komplementärfarben

Bei beiden Varianten der Farbmischung gelten die Farben als Komplementärfarbe, die miteinander gemischt einen neutralen Grauton ergeben. Dies sind regulär, die sich im Farbkreis gegenüber liegenden Farben. Diese Farben werden oft genutzt, um Kontraste in ein Bild einzuarbeiten. So erkennt man auch, warum z.B. grüntöne gut mit pinktönen harmonieren. Allerdings muss man diesen Effekt wirklich gezielt und mit Bedacht einsetzen, damit er das Auge nicht überreizt.

Farbige Schatten

Und jetzt komme ich wieder zu einem – für’s Lightpainting besonders interessanten – Effekt: den farbigen Schatten.
Schatten sind normalerweise immer einfach nur dunkel. Oder habt ihr schonmal einen Menschen mit einem roten Schatten gesehen? Nein? Ich verrate euch wie es geht…

Nehmt euch mal eine weiße Wand und richtet eine grüne Lichtquelle von rechts auf die Wand und eine rote Lichtquelle von links auf die Wand und dann haltet eure Hand mal mittig zwischen die Lichtquellen, wo das Licht gelblich erscheint und schaut euch den Schatten an. Dort wo sich beide Schatten überlagern, ist es dunkel. Der Schatten der grünen Lampe wird rot und der Schatten der roten Lampe wird grün. Nun versucht euch das ganze einfach mal zu nutze zu machen, wenn ihr beim Lightpainting den nächsten Spot ausleuchtet. Ihr werdet überrascht sein, welch tolle Effekte damit gelingen können.

Hier seht ihr mal ein Beispiel für farbige Schatten… Ich finde, damit kann man wirklich coole Effekte erzeugen. Ich bin gespannt, was ihr draus macht.

IMG_5242

 

 

1 Comment

  1. Als Ergänzung gab es noch eine Anmerkung, die das Ganze noch etwas verdeutlicht, was der Unterschied zwischen additiver und subtraktiver Farbmischung ist. Ich glaub, das kam noch nicht so deutlich heraus:

    Der Unterscheid von additiver und substraktiver Farbmischung ist aber nicht die verwendeten Farben, sondern die Physik die da hinter liegt.
    Bei substraktiver Farbmischung werdem den reflektiertem Licht verschiedene Wellenlängen „weg genommen“, bei der additiven wird aus genau den Wellenlängen der Farben dann das Licht zusammen gemischt.

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