GRUNDEINSTELLUNGEN

Welche Grundeinstellungen benutzt man beim Lightpainting?

Viele von euch fragen sich, mit welchen Kameraeinstellungen sie arbeiten müssen, besonders dann wenn man noch nicht viele Erfahrungen im Bereich Nachtfotografie/Langzeitbelichtung sammeln konnte. Natürlich gibt es keine fest vorgegebenen Einstellungen, aber ich kann euch ein paar grundlegende Dinge verraten, die es euch hoffentlich etwas leichter machen werden. Diese Informationen richten sich an Einsteiger.

Blende

Bei der Wahl der Blende sind natürlich verschiedenste Aspekte zu berücksichtigen. Einmal der Schärfebereich (Blende offen = Hintergrund unscharf) und zum anderen aber auch die Menge des einfallenden Lichts. Je nachdem wie hell eure Lichtquelle ist, müsst ihr das entsprechend einplanen. Ist das Licht generell schon nicht hell und seid ihr mit der ISO schon an eure Grenzen gestoßen, muss die Blende weiter geöffnet werden. Ich würde aber zuerst die ISO ändern, bevor ich die Blende ändere, wenn ich eine gewisse Schärfe erreichen will. Kommt aber auch immer auf das Motiv an und auf die Belichtungszeit. Liegen alle relevanten Objekte innerhalb der Hyperfokaldistanz trotz Änderung der Blende, dann ändere ich diese.

ISO

Grundsätzlich versuche ich immer mit ISO 100 zu arbeiten, um Bildrauschen zu vermeiden. Wenn es zwingend notwendig ist, dann erhöhe ich bei mir die ISO allerhöchstens bis auf ISO 400. Ansonsten versuche ich es nur über die Belichtungszeit zu lösen. Umso länger man belichtet umso schlimmer wird das Bildrauschen bei erhöhter ISO. Daher sollte man hier wirklich behutsam vorgehen. Es kommt natürlich auf ein gesundes Zusammenspiel aller Komponenten an. Bei sehr langen Belichtungen rate ich jedoch dazu bei ISO 100 zu bleiben. Es macht vieles einfacher.

Belichtungszeit

Hier gibt es keine Vorgabe. Ihr müsst solange belichten, wie ihr braucht um das Bild fertig zu stellen. Malt ihr nur kurz Bilder, solltet ihr überlegen, die Umgebung noch nachzubelichten.
Der BULB-Modus erlaubt euch Belichtungszeiten auch bis zu mehreren Stunden. Wobei ihr das wohl kaum brauchen werdet. Die meisten Kompositionen gehen in den Bereich um die 10 min.
Natürlich könnt ihr auch mehrere Bilder ineinander rechnen, wenn ihr nicht so lange belichten wollt, allerdings ist das in der „Szene“ dann schon ein Durchbrechen des Ehrenkodex, da eine Manipulation via Software nicht gern gesehen ist.

Hierzu findet ihr aber noch etwas mehr, wenn ihr euch die Facts zum Theme Mehrfachbelichtung durchlest. Dort bin ich noch einmal darauf eingegangen.

Fokussieren

Einfacher ist es, wenn ihr euren Autofokus deaktiviert. Ihr könnt die Kamera im LiveView bedienen. Dazu wählt ihr zunächst den Punkt aus, den ihr scharf haben wollt. Diesen leuchtet ihr entweder an, oder es steht eine Person mit Taschenlampe an dieser Stelle und leuchtet sich an. Alternativ könnte es auch sein, dass ihr einen beleuchteten Punkt anvisieren wollt. Dann holt ihr euch diesen Punkt im LiveView so nah ran wie es geht und stellt manuell die Schärfe ein.

Diese Einstellung nehmt ihr einmal vor und habt dann für alle Bilder an der gleichen Stelle die Einstellung schon fertig.

Was ihr dazu noch wissen solltet ist, dass umso weiter die Blende geschlossen ist (umso höher die Zahl) umso größer ist der Schärfebereich. Wenn ihr also jemanden hinstellt, der etwas malt, ihr jedoch nur ungefähr den Punkt definieren könnt, solltet ihr eine Blende im Bereich 8-11 wählen. Je nachdem wie groß der Bereich ist und welches Objektiv ihr verwendet. Ihr könnt ja einfach mal nach der „Hyperfokaldistanz“ googlen. Das haben andere schon besser erklärt als ich. Da wisst ihr dann genau, worauf ihr achten müsst.