Grundeinstellungen

Welche Grundeinstellungen benutzt man beim Lightpainting?

Viele von euch fragen sich, mit welchen Kameraeinstellungen sie arbeiten müssen, besonders dann wenn man noch nicht viele Erfahrungen im Bereich Nachtfotografie/Langzeitbelichtung sammeln konnte. Natürlich gibt es keine fest vorgegebenen Einstellungen, aber ich kann euch ein paar grundlegende Dinge verraten, die es euch hoffentlich etwas leichter machen werden. Diese Informationen richten sich an Einsteiger.

Blende

Bei der Wahl der Blende sind natürlich verschiedenste Aspekte zu berücksichtigen. Einmal der Schärfebereich (Blende offen = Hintergrund unscharf) und zum anderen aber auch die Menge des einfallenden Lichts. Je nachdem wie hell eure Lichtquelle ist, müsst ihr das entsprechend einplanen. Ist das Licht generell schon nicht hell und seid ihr mit der ISO schon an eure Grenzen gestoßen, muss die Blende weiter geöffnet werden. Ich würde aber zuerst die ISO ändern, bevor ich die Blende ändere, wenn ich eine gewisse Schärfe erreichen will. Kommt aber auch immer auf das Motiv an und auf die Belichtungszeit. Liegen alle relevanten Objekte innerhalb der Hyperfokaldistanz trotz Änderung der Blende, dann ändere ich diese. Wenn ihr noch nicht wisst, was die Hyperfokaldistanz ist, empfehle ich euch, dies unbedingt einmal zu googlen. Das haben andere Leute schon besser erklärt und es wird euch sehr helfen, zu verstehen, was genau ich meine.

Als Grundeinstellung empfehle ich gerne einen Blendenbereich von 8-11. Unter Berücksichtigung der o.g. Faktoren können sowohl offenere als auch geschlossenere Blenden durchaus sinnvoller sein.

ISO

Grundsätzlich versuche ich immer mit ISO 100 zu arbeiten, um Bildrauschen zu vermeiden. Wenn es zwingend notwendig ist, dann erhöhe ich bei mir die ISO allerhöchstens bis auf ISO 400. Ansonsten versuche ich es nur über die Belichtungszeit zu lösen. Umso länger man belichtet umso schlimmer wird das Bildrauschen bei erhöhter ISO. Daher sollte man hier wirklich behutsam vorgehen. Es kommt natürlich auf ein gesundes Zusammenspiel aller Komponenten an. Bei sehr langen Belichtungen rate ich jedoch dazu bei ISO 100 zu bleiben. Es macht vieles einfacher.

Belichtungszeit

Hier gibt es keine Vorgabe. Ihr müsst solange belichten, wie ihr braucht um das Bild fertig zu stellen. Malt ihr nur kurz Bilder, solltet ihr überlegen, die Umgebung noch nachzubelichten.
Der BULB-Modus erlaubt euch Belichtungszeiten auch bis zu mehreren Stunden. Wobei ihr das wohl kaum brauchen werdet. Die meisten Kompositionen gehen in den Bereich um die 10 min.
Natürlich könnt ihr auch mehrere Bilder ineinander rechnen, wenn ihr nicht so lange belichten wollt, allerdings ist das in der „Szene“ dann schon ein Durchbrechen des Ehrenkodex, da eine Manipulation via Software nicht gern gesehen ist.
Hierzu findet ihr aber noch etwas mehr, wenn ihr euch die Facts zum Thema Mehrfachbelichtung durchlest. Dort bin ich noch einmal darauf eingegangen.

Fokussieren

Deaktiviert euren Autofokus. Ihr könnt die Kamera im LiveView bedienen. Dazu wählt ihr zunächst den Punkt aus, den ihr scharf haben wollt. Diesen leuchtet ihr mit einer hellen Taschenlampe entweder an, oder es steht eine Person mit Taschenlampe an dieser Stelle und leuchtet sich an. Alternativ könnte es auch sein, dass ihr einen bereits beleuchteten Bereich anvisieren wollt. Diesen Punkt zoomt ihr euch im LiveView so nah ran wie es geht und stellt manuell die Schärfe ein. Hier sind übrigens die Sony-Alphas ganz stark, denn diese zeigen euch die scharfen Bildbereiche. Ich selbst arbeite mit Canon und da das Bild im Live View oft stark rauscht, ist es manchmal gar nicht so einfach zu fokussieren, aber hier hilft es, den Fokus so lange hin und her zu bewegen, bis der Bereich immer kleiner wird und das Bild nur noch scharf sein kann… Das erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, klappt aber nach einigen Versuchen problemlos.
Diese Einstellung nehmt ihr einmal vor und habt dann für alle Bilder an der gleichen Stelle die Einstellung schon fertig. Sichtet auf jeden Fall das erste Bild am besten auf einem Tablett oder Handy und zoomt in den Bereich rein, der scharf sein sollte und kontrolliert, ob euer Fokus richtig liegt. Noch seid ihr vor Ort und könnt Anpassungen vornehmen…

Tipp

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass eure Einstellungen stark von Motiv, Umgebung und Tool abhängig sind. Was jedoch grundsätzlich das Wichtigste ist: Das Licht von eurem Tool sollte immer heller sein, als das Umgebungslicht!