Grundausstattung

Welche Grundausstattung benötige ich für das Lightpainting eigentlich?

Viele von euch haben vielleicht gerade erst angefangen zu fotografieren oder sind erst einmal nur auf das Thema Lightpainting gestoßen, daher will ich euch hier erläutern, was wichtig ist und was ihr alles benötigt, damit ihr loslegen könnt.

Kamera, die über einen BULB-Modus verfügt

Jede Kamera, die einen BULB-Modus hat, kann hier auch eingesetzt werden. Der BULB-Modus sollte jedoch auf jeden Fall vorhanden sein, da es ansonsten schwierig wird, richtige Kompositionen zu erstellen und man weiß oft vorher nicht wie viel Zeit man benötigt. Der BULB-Modus ermöglicht es einem die Zeit individuell zu bestimmen. Man kann auch über die „Standardzeit“ von 30 Sek. hinaus belichten.

Stativ

Da man die Kamera nicht still in der Hand halten kann und um möglichst flexibel zu sein, benötigt ihr ein Stativ. Wichtig ist vor allem, dass es stabil ist und auch bei etwas Wind die Kamera vernünftig tragen kann. Die günstigen Varianten schaffen es oft nicht, das Gewicht der Kamera zu halten, sobald ein leichter Windstoß dagegen prallt. Und das kann durchaus böse enden. Spart also nicht am falschen Ende! Welches das richtige Stativ für euch ist, müsst ihr allerdings selbst herausfinden. Natürlich könnt ihr für erste Versuche die Kamera auch auf eine Mauer, einen Tisch oder Ähnliches stellen. Wichtig ist, dass sie ruhig steht und sich nicht bewegen kann. Also sollte die Oberfläche möglichst glatt sein.

Da ich inzwischen oft nach meiner Meinung gefragt wurde, möchte ich euch zumindest in so weit einen Kauftipp geben. Ich kaufe meine Stative bei Manfrotto. Und zwar die Aluminium-Variante aus dem mittleren Preissegment. Hier bekomme ich eine gute Qualität, einen guten Service und die Systeme lassen sich an der ein oder anderen Stelle noch upgraden. Für mich stimmt hier auch einfach das Preis-/Leistungsverhältnis. Carbon Stative sind mir z.B. zu leicht. Sie fangen zwar Vibrationen besser ab, aber wenn Wind geht (auf Halden und generell nachts öfter mal der Fall), da muss man sie dann schon wieder mit Gewicht versehen, da ich aber meinen Rucksack z.B. meist offen vor mir liegen habe, bräuchte ich also auch wieder irgendetwas zum beschweren… Am Ende hat jeder von uns andere Bedürfnisse und ein anderes Budget und daher solltet ihr dennoch selbst einfach vergleichen, was für euch das beste Produkt ist.

Auslöser

Jeder Auslöser ist bei jeder Kamera anders. Es gibt verschiedenste Techniken. Ich erläutere mal die Unterschiede anhand der Canon EOS 60D.

  • Kabelauslöser:
    Der Kabelauslöser wird in die Kamera eingesteckt und hängt dann an ihr. Ihr solltet ihn so hängen lassen, dass die Kamera nicht wackelt, wenn ihr ihn los lasst, oder falls jemand anders vor der Kamera steht, haltet ihn am besten fest. Hier muss der Auslöser die gesamte Belichtungsdauer gedrückt gehalten werden. Dafür gibt es meistens aber eine Möglichkeit diesen zu verriegeln/entriegeln.
    Vorteil: Lässt sich verriegeln
    Nachteil: Kann schnell zu Verwacklungen führen, wenn die Kamera durch starke Bewegungen des Auslösers bzw. Kabels auch bewegt wird.
  • Fernauslöser:
    Der Fernauslöser funktioniert via Infrarot. Man drückt ihn und die Kamera löst aus. Man drückt erneut drauf und die Kamera beendet die Auslösung. Das ganze ist nicht kabelgebunden und somit schon etwas flexibler.
    Vorteil: Man muss nur 2x kurz auf den Knopf drücken
    Nachteil: Der Infrarotsensor ist vor der Kamera. Die Fernbedienung braucht Sichtkontakt und die Reichtweite ist sehr gering. Für Alleinarbeit teilweise schwierig.
  • Funkauslöser:
    Er funktioniert genauso wie der Kabelauslöser nur ohne Kabel. Man muss den Knopf die ganze Zeit gedrückt halten.
    Vorteil: kabellos
    Nachteil: Keine Verriegelung möglich, kollidiert gern, wenn andere Fotografen in der Nähe sind und den gleichen Kanal verwenden.
  • Funkauslöser + Triggertrap:
    Ein sehr netter Bekannter hat uns das eigentlich kabelgebundene Triggertrap so modifiziert, dass es nun in Kombi mit einem Funkauslöser funktioniert. Über den Umbau selbst kann ich euch leider nicht so viel sagen, weil mir das technische Know-How fehlt. Allerdings ist es so möglich die Vorteile der Infrarotfernbedienung mit denen des Kabelauslösers zu kombinieren und auf das Kabelwirrwar zu verzichten. Triggertrap ist normalerweise kabelgebunden, aber dann sicher auch eine attraktive Lösung.
    Vorteil: Man kann aus zahlreichen Auslösemethoden wählen
    Nachteil: Man braucht zusätzlich immer ein Handy mit der App, welches keinen großen Bewegungen ausgesetzt sein darf, da sonst der Auslösevorgang unterbrochen wird.Beispiele seht ihr auf dem Bild zu diesem Post
  • Funkauslöser (umgebaut):
    Mit der Zeit wird einem klar, welche Lösung die beste Variante ist. Dank eines sehr netten Menschen gibt es daher nun einen Funkauslöser, den man verriegeln kann. Der Auslöser wurde einfach so modifiziert, dass man einfach einen Schalter umlegt und er so lange auslöst, bis der Schalter wieder umgelegt wird. Vorteil: Man kann den Auslöser überall hinlegen, dabei auf Handy und alles weitere verzichten. Über die technischen Details des Umbaus kann ich leider keine Auskunft geben, da ich in dieses „Geheimnis“ nicht eingeweiht wurde.
    Nachteil: Der Funkauslöser ist danach nur noch als Auslöser nutzbar.

Tools

Natürlich braucht ihr auch ein paar leuchtende Tools zum Lightpainting. Sei es nun eine feststehende Lichtquelle oder etwas Mobiles. Ich stelle euch hier auf dieser Webseite einige Tools vor und gebe euch entsprechende Infos dazu.
Neben den vorgestellten Tools gibt es natürlich auch die Technik. Dabei geht es darum, vorhandene Lichtquellen zu nutzen und durch die Bewegung der Tools oder der Kamera gewisse Ergebnisse zu erzielen.
Diese Performance-Techniken erläutere ich euch hier in div. Beiträgen.
Noch eine kleine Info am Rande… Zoomt doch einfach mal während einer normalen Langzeitbelichtung. Dabei können auch interessante Bilder entstehen.

Kleidung

Da ihr oft durch das Bild lauft, ist es von Vorteil, wenn ihr euch schwarz kleidet, denn alle anderen Farben reflektieren oftmals noch Restlicht und ihr erscheint als Schlieren oder Nebel auf dem Bild. Besonders bei Jeans passiert das oft, da im Jeans-Stoff noch weiß-Anteile vorhanden sind. Daher empfehle ich euch ganz klar, schwarze, nicht reflektierende Kleidung. Am besten mit schwarzer Kapuze. wenn ihr weg schaut reicht das, wenn ihr gucken müsst und in die Kamera schaut, ist zusätzlich eine schwarze Sturmhaube von Vorteil. Auch eine Mütze, die man ins Gesicht zieht, eignet sich dafür. Natürlich könnt ihr auch eigene Ideen umsetzen. Schwarze Handschuhe solltet ihr euch auch unbedingt zulegen, am besten möglichst enge, damit ihr noch gut hantieren könnt. Jetzt im Winter habe ich z.B. ein paar Handschuhe, wo die Fingerkuppen noch frei sind und sobald ich etwas vor der Kamera mache, ziehe ich komplett schwarze Handschuhe darüber.

Erweiterungen

Mit der Zeit werdet ihr immer mehr finden, was euch als nützlich erscheint. Mittlerweile wird bei uns schon eine Menge mitgeschleppt. Vom Bollerwagen über einen Tisch, eine Plane (falls es regnet) und sonstigen Kleinkram ist wirklich alles dabei. Aber da müsst ihr halt schauen, was euch Spaß macht und was euch gefällt… Wenn ihr Bilder vorher plant, könnt ihr unter Umständen auf das ein oder andere verzichten. 😉